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Navigieren in Zeiten schnell voranschreitenden digitalen Wandels
Future in Motion – FOKUS Magazin
Innovation braucht eine verlässliche Grundlage. Strategische Weitsicht und eine darauf abgestimmte technologische Infrastruktur schaffen die Voraussetzungen, Unternehmen zu digitaler Souveränität zu verhelfen.
Im Interview beleuchten Sascha Sandragesan (Co-CEO) und Kilian Dietrich (Senior Expert Cybersecurity), warum digitale Souveränität primär eine Frage der Strategie und der zugrunde liegenden Architekturen ist und wie man unvermeidbare Abhängigkeiten in strategische Wettbewerbsvorteile verwandelt.
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Herr Sandragesan, Herr Dietrich, das Stichwort «Digitale Souveränität» fällt oft, bleibt aber meist abstrakt. Was bedeutet es konkret für ein Unternehmen im Jahr 2025?
Sascha Sandragesan: Digitale Souveränität wird häufig mit „alles selbst machen“ gleichgesetzt, doch dies ist heute weder wirtschaftlich noch zielführend. Für uns bedeutet digitale Souveränität im Kontext von Unternehmen Entscheidungs- und Handlungsfreiheit: die Freiheit zu bestimmen, wo meine Daten liegen, wer sie wie verarbeitet und wie sie schliesslich genutzt werden. In einer zunehmend von grossen Cloud- und SaaS-Anbietern geprägten Welt bedeutet digitale Souveränität diese Abhängigkeiten gezielt zu steuern und daraus messbaren Mehrwert für das Unternehmen zu schaffen. Vertraglich und technisch so gestaltet, bleibt die Hoheit über das eigene Geschäftsmodell gewahrt, selbst wenn externe Dienstleister eingebunden werden.
Die technologische Entwicklung beschleunigt sich exponentiell. Was müssen Unternehmen heute mitbringen, um bei diesem Tempo nicht die Kontrolle zu verlieren?
Sascha Sandragesan: Wer nachhaltig beschleunigen will, braucht eine klare Ausgangslage. Geschwindigkeit ohne stabile Grundlagen führt nicht zu Fortschritt, sondern zu Risiken und Ineffizienzen. Für Unternehmen heisst das: Bevor man neuen Technologien oder Trends folgt, ist ein präzises Verständnis der eigenen Strukturen entscheidend. Das erfordert Transparenz über die bestehende IT-Landschaft. Nur wenn nachvollziehbar ist, wie Systeme und Datenflüsse ineinandergreifen, lassen sich die richtigen Prioritäten setzen, Innovationen zielgerichtet integrieren und gleichzeitig die Stabilität des operativen Geschäfts sichern.
Kilian Dietrich: Das ist zudem die Grundlage für echte Resilienz, einem weiteren entscheidenden Faktor. In einer zunehmend vernetzten Welt geht es nicht mehr darum, Systeme zu entwickeln, die niemals ausfallen – das ist kaum realisierbar. Stattdessen müssen IT- und Sicherheits-Architekturen geschaffen werden, die Veränderungen und Ausfällen standhalten und sich flexibel weiterentwickeln lassen. Angesichts der wachsenden technologischen Komplexität kann kein Unternehmen diese Herausforderungen isoliert meistern. Ziel ist daher nicht Autarkie, sondern die Fähigkeit, in einem Netzwerk von Partnern und sich ändernden Technologien handlungsfähig zu bleiben und den Wandel aktiv zu gestalten, statt lediglich darauf zu reagieren.
Wie steht es um die digitale Reife der Unternehmen hierzulande? Wo liegen die grössten Baustellen?
Sascha Sandragesan: Die Situation ist sehr heterogen. In den vergangenen Jahren wurde zwar massiv in Digitalisierung investiert, häufig jedoch isoliert in einzelnen Bereichen. Ein weit verbreiteter Trugschluss ist die Annahme, Geschwindigkeit könne «gekauft» werden, ohne dass die strukturellen Grundlagen geschaffen wurden. Wir beobachten häufig, dass Governance und sorgfältiges Datenmanagement vernachlässigt wurden – ein Problem, das sich insbesondere zeigt, wenn KI-Systeme auf diese Daten zugreifen sollen. Unternehmen, die ihre Daten und IT-architektonische Basis nicht bereinigt haben, werden Schwierigkeiten haben, neue Technologien effizient, sicher und nachhaltig zu nutzen.
Ein wichtiger Punkt war das «Wertstiftende» an oft unvermeidbaren Abhängigkeiten. Wie verwandelt man eine Abhängigkeit in einen Vorteil?
Kilian Dietrich: Digitale Souveränität entsteht, indem Abhängigkeiten in Wahlmöglichkeiten verwandelt werden. Während ein Vendor Lock-in früher oft zu einer Sackgasse führte, setzen wir heute auf modulare IT-Architekturen nach dem Prinzip des „Composable Business“. In einem dynamischen Marktumfeld kann es ein signifikanter Wettbewerbsvorteil sein, wenn Unternehmen schneller und mit weniger Einschränkungen reagieren können als ihre Mitbewerber.
Mit klar definierten Schnittstellen und transparenten Datenflüssen können Unternehmen stets die besten Services am Markt nutzen, die den eigenen Anforderungen an Handlungsspielraum entsprechen – sei es im Bereich KI, Datenbanken oder bei anderen Technologien. Ändern sich Marktbedingungen oder Preismodelle, lässt sich eine Komponente austauschen, ohne das gesamte System neu aufbauen zu müssen. Aus Risikoperspektive bedeutet das: Unternehmen sollten für kritische Prozesse auf offene Standards setzen. So lassen sich Hersteller oder Technologien wechseln, ohne dass das gesamte System oder die Business-Lösung neu gebaut werden muss. Aus dem Risiko der Abhängigkeit wird so die Freiheit, flexibel bei Bedarf die optimale Lösung zu wählen und dadurch eine verbesserte Ausgangslage für Vertragsverhandlungen und Transformationen zu schaffen.
Können Sie hierzu ein konkretes Beispiel aus der Praxis geben?
Kilian Dietrich: Ein aktuelles Beispiel ist die Integration generativer KI in sensiblen Unternehmensbereichen wie z.B. der Forschung. Viele Unternehmen zögern, weil sie ihr geistiges Eigentum schützen müssen, wenn Daten an externe Modelle übermittelt werden. Die Lösung liegt nicht im Verzicht, sondern in einer durchdachten IT-Architektur: Dabei wird ein Abstraktions-Layer implementiert – eine technische Zwischenschicht – zwischen den Anwendungen und den KI-Modellen. So verlassen sensible Daten niemals ungeschützt den Hoheitsbereich des Unternehmens. Die KI erhält lediglich anonymisierte Datenfragmente. Alternativ werden kritische Daten rein lokal verarbeitet, während externe Modelle nur für allgemeine Aufgaben, wie etwa Übersetzungen, genutzt werden. Gleichzeitig wird die Anwendung nicht fest an einen Anbieter gebunden: Über den Abstraktions-Layer kann das Unternehmen jederzeit auf ein anderes Modell wechseln, wenn dies wirtschaftlich oder funktional vorteilhaft ist. Auf diese Weise wird weiterhin das geistige Eigentum gesichert und die wirtschaftliche Flexibilität bewahrt.
Richten wir den Blick nach vorne: Welche Themen werden Unternehmen künftig bewegen?
Sascha Sandragesan: Neben der fortlaufenden Weiterentwicklung von KI, dem Fokus auf Plattformen statt einzelnen Lösungen, und dem Bestreben nach digitaler Souveränität, gewinnt die Post-Quantum-Kryptografie zunehmend an Bedeutung – insbesondere für regulierte Industrien. Unternehmen sollten sich frühzeitig darauf einstellen, dass heutige Verschlüsselungsstandards künftig nicht mehr ausreichen werden. Gleichzeitig beeinflusst die geopolitische Lage die IT-Strategie: Die Herkunft von Software und Hardware wird kritisch hinterfragt, und eine gezielte Diversifizierung wird zur strategischen Notwendigkeit.
Kilian Dietrich: Ergänzend zur Sicherheit der Infrastruktur wird die Verlässlichkeit der Ergebnisse entscheidend sein. Hier kommt das Thema vertrauenswürdige KI („Trustworthy AI“) ins Spiel. Es reicht nicht aus, dass ein Algorithmus Ergebnisse liefert. Unternehmen müssen nachweisen können, dass diese Ergebnisse fair, unverfälscht und datenschutzkonform zustande kommen. Unternehmen, die transparente Prozesse etablieren, sichern sich das Vertrauen der Kunden als zentrale Währung der Zukunft.
Wie unterstützt Cyberfy dabei? Lässt sich Ihre Rolle kurz auf den Punkt bringen?
Sascha Sandragesan: Wir verstehen uns als echten Partner, der mit Fachexpertise gezielt unterstützt und dabei hilft die Herausforderungen lösungsorientiert umzusetzen. Von der Strategie, über die Konzeption bis zur erfolgreichen Umsetzung. Vielfach scheitern Strategien an der operativen Realisierung. Als Technologieberatung mit Managementkompetenz bringen wir genau hier unsere Expertise ein. Wir entwickeln Lösungen nicht nur konzeptionell, sondern begleiten die Implementierung bis ins Detail – ob in Cloud-Transformationsprojekten, Sicherheitsarchitekturen oder anderen technologischen Kerninitiativen.
Unser Anspruch ist es, komplexe Anforderungen in klare business-orientierte, technisch umsetzbare Schritte zu überführen und dadurch nachhaltige Ergebnisse zu sichern.
Kilian Dietrich: Unser Handeln ist von einem starken Verantwortungsbewusstsein geprägt. Wir sehen uns nicht als externe Zuschauer, sondern agieren mit unternehmerischem Denken im Sinne des Kunden. Entscheidend ist, dass die Lösung am Ende wirklich funktioniert und einen echten Mehrwert bietet. Wir befähigen die internen Teams, nachhaltige Ergebnisse eigenständig weiterzuführen. Unser Anspruch ist es, durch technologische Exzellenz langfristige Handlungsfähigkeit zu schaffen.
Welche Rolle spielt der Faktor Mensch bei Cyberfy?
Sascha Sandragesan: Eine sehr zentrale Rolle. Technologie ist stets nur das Werkzeug, und entscheidend sind die Menschen, die sie steuern und anwenden. Deshalb setzen wir auf Berater, die nicht nur technisches Know-how besitzen, sondern auch Empathie und exzellente Kommunikationsfähigkeiten mitbringen. Denn unser Ziel ist es, Digitalisierung so zu gestalten, dass sie den Arbeitsalltag der Mitarbeitenden nachhaltig erleichtert, sich optimal in die Organisation eingliedern lässt und echte Mehrwerte schafft, statt zusätzliche Komplexität einzuführen – hierfür braucht es ein ganzes Spektrum an Fähigkeiten.
Kilian Dietrich: Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Übersetzungskompetenz. Unsere Berater müssen sowohl die Perspektiven der Entscheidungsträger einnehmen als auch die technischen Herausforderungen der Entwickler nachvollziehen können. Deshalb investieren wir bei Cyberfy gezielt in diese Schnittstellenkompetenz. Kunden erkennen sofort den Unterschied: Es geht nicht darum, Aufgaben nur abzuarbeiten, sondern aktiv zu verstehen, wie das Business funktioniert und wie gemeinsam nachhaltige Fortschritte in der Umsetzung erzielt werden können.
Unternehmen, die jetzt realisieren, dass sie hinsichtlich ihrer digitalen Souveränität nachjustieren müssen – wie erreicht man Cyberfy am schnellsten?
Kilian Dietrich: Unser Ansatz ist unkompliziert. Ob über unsere Website, LinkedIn oder klassisch per Telefon – wir bieten ein unverbindliches Erstgespräch. Dabei hören wir zunächst genau zu, um die konkreten Herausforderungen zu verstehen, bevor wir gemeinsam mögliche Lösungswege entwickeln.
